Simon Wascher
Löwenherzgasse 14/6
A-1030 Wien
vermischtes
Mir zugetragenes und von mir gelesenes zur Drehleier in Oesterreich
zur zeit im aufbau begriffen. Ziel ist eine unkommentierte, moeglichst vollstaendige sich hoffentlich
auch erweiternde auflistung und wenn moeglich wiedergabe aller quellen zur Drehleier(drehleier) in Oesterreich.
Wer immer einen beleg kennt, der hier nicht aufgelistet ist, ist herzlich willkommen mir diesen mit zu
teilen damit ich die liste ergaenzen kann.
Drehleier und Hackbrett
Zeitungsartikel mit photo aus Neue Illustrierte Wochenschrift von 16. November 1958.
Hinweis von Walter Deutsch
Holzer, Rudolf. Wiener Volkshumor 1
"Selten allein, meist begleitet von einem Sänger oder einer Sängerin, später noch einem Geiger oder Leiermann, zogen die Harfenisten von Hof zu Hof, oder sangen in einer der Alleen auf dem Glacis, an Sonntagen im Prater oder Augarten, abends in einem der zahllosen Wirtshäuser oder Heurigen dicht hinter der "Lina", in Lerchenfeld, Hernals, Gersthof, Währing - nict aber in den damals noch 'entlegenen Dörfern am Fuß des Kahlenberges, den späteren klassischen Stätten des Heurigenkultes."
Holzer, Rudolf.Wiener Volkshumor. Harfenisten und Volkssänger, Wien 1943, s. 28
Holzer, Rudolf. Wiener Volkshumor 2
"Es trat auch eine musikalische Geschmacksänderung ein; wie im achtzehnten Jahrhundert die Sackpfeife nicht
mehr zeitgemäß empfungen wurde, so im neunzehnten die schmachtende, ausdrucksschwache Harfe. Manche
Volkssänger begannen sich der Fiedel und des begleitenden 'süaßen Hölzls', der Flöte,
zu bedienen. Die Leier, ein eigenartiges Instrument, mittels einer Kurbel zu spielen, einem Griffbrett zum
Regulieren der Tonfolge, verschwand ganz. Wurde die Kurbel stoßweise bewegt, tönte die Leier
ähnlich der menschlichen STimme. Ende der zwanziger Jahre war der 'greane Tonl' der berühmteste,
aber auch wahrscheinlich der letzte 'Leiermann'."
Holzer, Rudolf. Wiener Volkshumor. Harfenisten und Volkssänger, Wien 1943, s. 61
Gemeint ist wohl zwanziger Jahre des neunzehnten iahrhunderts.
"Der Greane Toul [Tonl]
Der 'Greane Toul' war um 1820 der berühmteste und wahrscheinlichder letzte 'Leiermann'; nach ihm scheint kein Name auf. (...)"
zitiert nach: Frei, Anna Elisabeth: Die Wiener Straßensänger und -musikanten im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitr. zur Großstadtvolkskunde.
[Illustr., teilw. farb.] - Wien 1978. II, 367, X Bl. 4° [Maschinschr.] . Wien, Univ., geisteswiss. Diss. 17. Oktober 1978. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur Link1162313-C. MUS. Seite 55
Anmerkung: Frei zitiert dabei vermutlich: "Koller, Josef: Das Wiener Volkssängertum in alter und neuer Zeit, Nacherzähltes und Selbsterlebtes.
- Wien: Buch- und Kunstverlag Gerlach & Wiedling 1931. Seite 10"
Franz Deckmayer
"Franz Deckmayer, ehemals als 'Greaner Tonl' berühmt, starb 1898 als letzter Wiener Leiermann [Fussnote: Vincenz Chiavacci, Ausgestorbene und aussterbende Wiener Volkstypen, in: Östereichische Rundschau 12 (1907), 70-75 u. 226-232, hier 232.]"
Payer, Peter. Der Klang von Wien. Zur akustischen Neuordnung des öffentlichen Raumes. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG). Nr. 4/2004, S. 127
Franz Deckmayer jun.
Bildunterschrift: "Der Leyermann Franz Deckmayer jun. 'als Greana Tonl'
Wiener Straßenmusikanten aus W. Merkl, ca. 1880, nachgeahmt von den Volkssängern"
zitiert nach: Frei, Anna Elisabeth: Die Wiener Straßensänger und -musikanten im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitr. zur Großstadtvolkskunde.
[Illustr., teilw. farb.] - Wien 1978. II, 367, X Bl. 4° [Maschinschr.] . Wien, Univ., geisteswiss. Diss. 17. Oktober 1978. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur Link1162313-C. MUS. Seite 169
Steirisches Paradies
"Vor vierzig Jahren stand in jedem Gasthause ein Klavier, es wurde vom Gramophon verdrängt, dessen heisere,
oft wahrhaftig grässlichen Töne in fast jedem Wirtshause, ja selbst in den Bauernstuben schon zu
hören sind. Wie die Dreschmaschine die Hand des Bauern ersetzt, so trat an die Stelle des musizirenden
Bauers der Automat, jenes ein Fortschritt, dieses tief bedauerlich. Die Leierkästen verschwanden mit den
Invaliden."
Reiterer, Karl, s` Steirische Paradies. Deutsche Vereinsdruckerei und Verlagsgesellschaft, Graz 1919, s. 125
Geschichte der Pfarre Kilb (Niederösterreich)
Seite 137: Abbildung eines Photos einer Drehleier, mit der Bildunterschrift "Laute v. 1556 z. Maierhöfen (S. 147)". Im Text auf Seite 147 wird dazu ausgeführt:
"Übrigens wird letztere mehr in den Häusern gespielt worden sein, da sie ja als Schlaginstrument nur 3 Saiten und einen Brummbaß hatte
[P. Benedikt Kißling OSB, Geschichte der Pfarre Kilb - Verl. Schulleitung, Kilb 1925, 152 S.,]"
Mitteilung von Dr. Bernhard Gamsjäger
Franz Presser
"Der letzte Spielkundige war ein gewisser Franz Pressler, Tagelöhner in Piesendorf. Der Mann starb unfgefähr im Jahre 1904 oder 1905. Er führte seine Kunst in Gasthäusern, bei bäuerlichen Festen z. B. beim Einheugern und Nachttänzen, vor, sowohl im Orte selbst als auch hie und da bei den Nachbargemeinden. Sein Sohn Matthias Schach war im Jahre 1911 Pferdeknecht beim Neuwirt in Piesendorf; ob er noch lebt ist unbekannt. Dieser Konnte wohl die Art des Spielens vorführen, vermochte aber selbst nicht Tänze und Lieder zu spielen.
Von einem gewissen Sebastian Niederist, Gluckhäusler in Piesendorf, ist bekannt, daß er einmal eine solche Bauernleier ohne sie selbst spielen zu können, angefertigt habe. Einerbesonderen Verbreitung aber hat sich dieses Instrument im Pinzgau nie erfreut."
K. Adrian, Die Bauernleier im Pinzgau. In:
Wiener Zeitschrift fuer Volkskunde XXXIV., 1929, 124-126
Ignaz Pfandl
An der steirisch-niederoesterreichischen Grenze bei Mariazell war Ignaz Pfandl, vulgo 'Nazbauer' der letzte Leiermann; er starb im Alter von 93 Jahren
zu Josefsberg im Jahre 1899."
zitiert nach: Klier, Karl Magnus, 'Volkstuemliche Musikinstrumente', Baerenreiter-Verlag, Kassel und Basel 1956
Die Altausseer, 1905, 1
"Eine musikalische Familie sind auch die Pucher in der Puchen. Pucher Sepp hat z. B. eine Flatschen gemacht, ein altes,
volkstüliches Musikinstrument, welches gegenwärtig nur zu Faschingsscherzen dient. In seinem Hause Puchen 17 fand
sich auch eine alte Leier welche wir ihm wohl unbedenklich zuschreiben dürfen. Die Leiern und Hackbretter waren bis 1840 hier ziemlich verbreitet.
Beim Pucher Steffl, Puchen 44, hat man ein jedenfalls von einem Familiengliede oder von ihm selbst gemachtes Hackbrett gefunden."
Andrian, Ferdinand von, Die Altausseer, Ein Beitrag zur Volkskunde des Salzkammergutes, Verlag Alfred Hölder, Wien, 1905, s.55
(Neuauflage ~ 1970 er Jahre). Hinweis von Christian Amon
Die Altausseer, 1905, 2
"Die Mundharmonika hat die früher gebräuchlichen Instrumente, Leyer, Maultrommel, das Hackbrett, selbst die noch
vom Bachwirt gespielte Zwecklzither verdrängt. Die letztere hatte mehrer gleichgestimmte Stahlsaiten, welche mit einem
Fischbein (Zweckl) oder einem Holzstäbchen gestrichen wurden. Die moderne Zither ist erst vor wenigen Jahren in
Altaussee eingefürt worden. Die hiesigen Leute erlernen dieselbe sehr leicht. Auch die Gitarre wird viel gespielt.
Das beliebteste Begleitinstrument zum Gesange bleibt jedoch die Mundharmonika."
Andrian, Ferdinand von, Die Altausseer, Ein Beitrag zur Volkskunde des Salzkammergutes, Verlag Alfred Hölder, Wien, 1905, s.85
(Neuauflage ~ 1970 er Jahre). Hinweis von Christian Amon
Anna Ecker
"Leirer-Tanz. Auf der Leier gespielt von der Anna Ecker, genannt 'Leiernanni' im Jahre 1840"
Kremser, Eduard Hrg.: Wiener Lieder und Tänze. Erster Band, Gerlach & Wiedling, Wien, 1912 - 1925. s.231
Die bladen Buam
"Leier- oder Leirer-Tanz. Ende der 50er Jahre gespielt von den Leyrern: 'Die bladen Buam' genannt. "
Kremser, Eduard Hrg.: Wiener Lieder und Tänze. Erster Band, Gerlach & Wiedling, Wien, 1912 - 1925. s.231
Anmerkung zu den Leirer-Tanz
"Die Leier- oder Leirer-Tanz wurden auf der Leier, einem mit einer Saite bezogenem Instrumente, gespielt. [...] Die Begleitung wurde
auf einer Harfe oder Gitarre ausgeführt. Noch Anfangs der Sechzigerjahre [des neunzehnten iahrhunderts] konnte man dieses Instrument, meist von Savoyarden gespielt, in den Höfen der Wiener Häuser hören."
Kremser, Eduard Hrg.: Wiener Lieder und Tänze. Erster Band, Gerlach & Wiedling, Wien, 1912 - 1925. s.231
Weichselboden, 1845
Die gewöhnliche Tanzweise des Volkes ist das ordinäreSteyermärkische mit ihren besonderen Drehungen und
Wendungen, auch zur Abwechslung manchmal das sogenannte Deutsche oder Österreichische nach ländlicher Art.
Die Musikinstrumente sind bey diesem armen Volke ziemlich einfach, ein Hackbrett, ein oder zwey Geigen, manchmal
ein Pfeiffer, zuweilen wird auch bey einer Leyer getanzt.
Wolfram, Richard, Die Volkstanznachrichten in den Statistischen Erhebungen Erzherzog Johanns, In: Volk und Heimat
- Festschrift für Viktor von Geramb, Verlag Anton Pustet, Graz/Salzburg/Wien, 1949, S. 300
Sonntag
Schon im Jahre 1840 urteilte ein steirischer Musiker, der sich mit der heimischen
Volksmusik beschaeftigte, dass "Leier und Dudelsack keinen allgemeinen Anklang fanden
[Sonntag, J. V., Gesang, Volksmusik u. Tanz in Obersteiermark, a.a.O.,]"
zitiert nach:Klier, Karl Magnus, 'Volkstuemliche Musikinstrumente', Baerenreiter-Verlag, Kassel und Basel 1956
"Hofkazley=Verordnung vom 29. May 1821,
Zahl 14.617; Regierungs=Verordnung vom 12. Junius 1821, Zahl 26461. An die Kreisämter, den Magistrat und die Dominien in Wien:
'Es mußte zugleich auffallen, daß nicht bloß krüppelhafte, sondern auch gesunde,
zu anderem Erwerbe fähige Personen als Bänkelsänger, Leyermänner und Musikanten, eigentlich aber als Müßiggänger
und Bettler von Hause zu Hause herum ziehen"
[...]
'Die Tägliche Erfahrung lehrt, daß derley mit Leyern oder Schaukästen herumziehende Individuen nicht
selten zu den gefährlichen Landstreichern gehören, und daß sie wenn sie auch noch nicht Verbrecher sind, es doch nur zu leicht
bey dem unordentlichen müssigen Lebenswandel, den sie Führen, werden können.'"
zitiert nach: Frei, Anna Elisabeth: Die Wiener Straßensänger und -musikanten im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitr. zur Großstadtvolkskunde.
[Illustr., teilw. farb.] - Wien 1978. II, 367, X Bl. 4° [Maschinschr.] . Wien, Univ., geisteswiss. Diss. 17. Oktober 1978. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur Link1162313-C. MUS. Seite 49 - 52
Huttlerlaufen
"Wand 9 (rechts vom Eingang). Figuren auf Karton gemalt, urspruenglich in Krippenform aufgestellt, veranschaulichen
in Rahmen vereinigt ein Huttlerlaufen mit Schimmelreiter, Brunnentaufe usw., wie es sich ende des 18. Jahrh. in
Hall sich abgespielt haben mag."
Haberlandt, Arthur, Fuehrer durch das Museum fuer Volkskunde [in Innsbruck]. In:
Wiener Zeitschrift fuer Volkskunde XXXV, 1930, s.88
"In Tirol erscheinen je ein Mann und ein Weib mit der Drehleier unter den Musikanten beim Huttleraufzug zu Hall im Fasching, vielleicht in
parodistischer Absicht [Wiener Zeitschrift fuer Volkskunde XXXV, 1930, s.88]"
zitiert nach: Klier, Karl Magnus, 'Volkstuemliche Musikinstrumente', Baerenreiter-Verlag, Kassel und Basel 1956
vergleiche:
Hochzeit in Lehenrotte, 1813
"In den Vaterländischen Blättern für den österreichischen Kaiserstaat (1813), S. 605f., beschreibt ein "Herr Heidmann" eine Hochzeit in Lehenrotte, Gem. Türnitz, NÖ. Darin heißt es:
'Am Vorabende des Hochzeitstages wird im Hause der Braut ein Abendessen gegeben, wobey Schmalz- oder Grieskoch nie fehlen darf; - und ein fröhlicher Tanz, oft nur bey einer Geige oder Leyer, endet die Zusammenkunft."
Hinweis von Dr. Bernhard Gamsjäger
Goppelsbach, 1811
Der unmelodische Klang einer schlechten Leyer bringt den Burschen in eine freudige Extase, und was nur die Füsse
heben kann, muss tanzen. Die Leyer ist also das üblichste musikalische Instrument, sodann die Geige und das
Hackbrettel, ein mit eisernen Saiten bespanntes holes, eine starke Elle lang und 1/2 Elle breites Instrument von
Holz, auf welchen mit 2 Dünen Hözeln oder Sclägeln gespielt und der Geige akonpagniert wird
[Goeth'sche Serie, Admont 1830/40]
Waltner, Lisl, Der gemeine Steirer Volkscharakter an Beispielen, Berichte aus der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts, Hermann B%ouml;hlaus Nachf. - Volksch Wien, Köln, Graz 1982, s. 140]
Gainfahren (Gahnfarn), 1802
Es war eben Feyertag, als wir einmahl hier ankamen, und die Ohren gällten uns noch von den heiseren Accorden der
Leyer und des Dudelsackes in den benachbarten Dörfern: wir erstaunten uns nicht wenig, als wir hier alles still und
ruhig fanden. Auf unsere Fragen nach der Ursache dieser strengen Feyer der Festtage (wir vermutheten, daß diese
alte Sitte aus den Zeiten der Protestanten sich hier erhalten habe) bekamen wir die Antwort: daß der ganze Ort
gelobt habe, am Pfingstmontage is seinen Schenken keine Tanzmusik zu dulden, um dadurch den Hagel abzuwenden, von
welchem er einst an diesem Tage so viel gelitten hatte.
J. A. M. Schultes, Ausflüge nach dem Schneeberge..., Wien 1802, S. 215
Leyrer Matzl
"Ein 'Leyrer Matzl', Matthias, wird auf einer Schuetzenscheibe von 1805 aus Neunkirchen, Niederoesterreich, genannt;
unter einem Maibaum tanzen zwei Paare zur Musik des Leiermannes. dabei steht der Vers:
'Der Leyrer Matzl ist heund hier,
wer danzen wil, der kombt zu mir.'
[F. Weninger, Schuetzengesellschaft Neunkirchen, 200-Jahrfeier 1736-1936, (Neunkirchen 1936)]"
Klier, Karl Magnus, 'Volkstuemliche Musikinstrumente', Baerenreiter-Verlag, Kassel und Basel 1956
c) Verzeichnis der Spielleute in Salzburg 1804
Die in dem Circular geforderten tabellarischen Verzeichnisse der Spielleute, die in den 47 Pflegegerichten
des Erzbiestums erfaßt worden sind, ergeben für uns in mehrerlei Hinsicht Äusserst wichtige Auskünfte:
Sie enthalten neben den Namen der Spielleute nannte Instrumenderen Besitz (z. B. Hausbewohner oder Austrägler,
oder 1/4 Hausbesitzer...), das Gewerbe, die "Art des Spiels", also die Instrumente, die vorhandenen Spielzettel und
manchmal besondere Anmerkungen, die wichtige Hinweise zur Spielpraxis aufzeigen.
[...]
...Es würde hier zu weit führen, aus allen Pfleggerichten genaue Angaben über Instrumente und
eventuelle Spielpraktiken zu zitieren; das am häufigsten genannte Instrument ist die Geige, sehr oft findet man
die Kombination "Violin und Klarinet", daneben Cymbal oder Zingäl oder Hackbrettl und Baßgeige; 1 Flut
au Travers wird in Fürsteneck genannt. Jeweils eine Leyer findet sich in den Pfleggerichten Mittersill und Werfen.
Gmasz, Sepp, Archivalien zur Volksmusik im Lande Salzburg. In: Volksmusik im Flachgau, Forschungsergebnisse und Berichte aus dem nördlichen Salzburg. Zusammengestellt und
bearbeitet von Gerlinde Haid. Herausgegeben von der Salzburger Heimatpflege und dem Salzburger Volksliedwerk,
Hausdruckerei der Salzburger Landesregierung und Miedaner-Druck, Salzburg 1980, s. 163-166
Emanuel Schikaneder
Der bekannte Theaterdirektor Emanuel Schikaneder war in seiner Jugend als ein in den Doerfern aufwartender Lyrant
umhergezogen.
Walter Salmen, hrg., Mozart in der Tanzkultur seiner Zeit, Edition Helbig, Innsbruck 1990, s.52
Laendler mit der Leyer
"Eine Besonderheit ist eine Visitenkarte mit dem Namen Suessmayr und einem Laendler von ihm aus dem Singspiel
'Der Spiegel von Arkadien'. Eine Kopie dieser Karte ist in einer maschingeschriebenen Aussendung des Buch- & Kunst-Antiquariats
V. A. Heck (Wien, Opernring 12) enthalten, in der auch andere Visitenkarten (Haydn, Mozart, Leopold Neuhauser) angeboten werden.
Dieser Prospekt ist nicht datiert, doch die angegebenen Preise in Schilling deuten auf die Zeit vor 1938 hin. Wie eine Nachfrage
ergab, sind bei der Firma Heck diese Karten seit zumindest 25 Jahren nicht mehr bekannt
[Duda, Erich: Datierung musikalischer Quellen des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Franz Xaver Sümayr, Diss. Wien 1998, S. 243]"
Corpus Musicae Popularis Austriacae, Bd. 12, Volksmusik in Salzburg, Gerlinde Haid und Thomas Hochradner, Lieder
und Taenze um 1800 aus der Sonnleithner-sammlung, Verlag Boehlau, Wien - Koeln - Weimar, 2000, s.200
'Der Spiegel von Arkadien' ist ein Singspiel von Emanuel Schikaneder (text) und Franz Xaver Suessmayr (musik).
Saalfelden 1796
"In Saalfelden (Sbg) war, wie ein Jahr später [1796] berichtet wird, das Tanzen 'nach der Geige oder der Leyer
und dem Hackbrette '[Lorenz Hübner Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik, Bd. 2, Salzburg 1796, S. 692;]
ueblich, in Werfen (Sbg) waren 1796 hingegen die gewöhnlichsten Musikinstrumente nur mehr die Geige und das Hackbtrett[Ebenda, S. 397]"
Gstrein, Rainer, Diplomarbeit zur erlangung des Magister an der Geisteswissenschaftlichen Fakultaet der Leopold Franzens - Universitaet Innsbruck, Innsbruck, 1984
Pailler
"Als Dreh-, Rad-, Blindenleier oder Bauernfiedel ist die Leier auch Hirteninstrument des 18. und 19. Jahrhunderts [Pailler, I, S. 233, II S. 147]"
Commenda, Hans, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen - Zu dem gleichnamigen Buch von Karl M. Klier, In: Sonderdruck aus den Oberösterreichischen Heimatblättern, Jahrgang 12 (1958) Heft1/2
Michael Ambros
"Michael Ambros dürfte um 1760 in Burgeis im Vintschgau geboren sein. Er etablierte eine Druckerei in Graz;
1782 tauchte er mit seinen literarischen Produkten in Wien auf. In einem seiner Lieder bezeichnete er sich als 'italienischer Sprachmeister'.
Dies wirft ein Licht auf die problematische Exitenz des Bänkelsängers, der nebenbei zur Leier als Broterwerb greifen mußte."
Vergleiche: "Gugitz: Michael Ambros und der Gasehauer im alten Wien. In: Wiener Zeitung 1. - 4. XI. 1906, S. 6"
Frei, Anna Elisabeth: Die Wiener Straßensänger und -musikanten im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitr. zur Großstadtvolkskunde.
[Illustr., teilw. farb.] - Wien 1978. II, 367, X Bl. 4° [Maschinschr.] . Wien, Univ., geisteswiss. Diss. 17. Oktober 1978. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur Link1162313-C. MUS
Starhembergisches Freihaus
"1772 scheint im Inventar des Starhembergischen Freihauses in Linz u. a. auf: 1 Leier [Reg. B II G/6/3467, S. 180]"
Commenda, Hans, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen - Zu dem gleichnamigen Buch von Karl M. Klier, In: Sonderdruck aus den Oberösterreichischen Heimatblättern, Jahrgang 12 (1958) Heft1/2
Leirer-Lipp
Bist du Gott, so bist da größt Herr,
Fall i zu deina Kripp,
Merk, i haiß Leyrerlipp,
Dir ghörscht die Ehr!
Dir war von eh gar der Himmel zu eng,
Hiez bist so winzig, hast arst in an Tenn,
Bist die höchsti Majestät,
Hast nit amal ein Knecht,
Der dir tat dienen recht,
Alls dir abgeht."
zitiert nach: Karl Magnus Klier, Schatz österreichischer Weihnachtslieder IV, Weihnachtslieder und Hirtenspiele aus Steiermark, 2. Allerheiligen im Muerztale, Augustinus=Druckerei, Klosterneuburg bei Wien, 1937, Nr. 153
"Auch ein Hirte mit dem Namen "Leirer-Lipp", ein Phillipp, der die Leirer spielt, kommt in einem steirischen Weihnachtslied von 1820 vor."
Klier, Karl Magnus, 'Volkstuemliche Musikinstrumente', Baerenreiter-Verlag, Kassel und Basel 1956
Musikimpost Neujahr bis Ostern 1724
"Als Beispiel diene ein Bündel von Berichten aus dem Jahre 1724, welches unter den Landschaftsakten, Band 400, Nr. 53, zu finden ist. Es
trägt den Titel: 'Berichte über die bey allen Würthshäusern im Lande ob der Ennß abhaltende Hochzeiten
usw. und Tänze, ... '.
[...]
... Tanzanlässe in der Zeit von Neujahr bis Ostern 1724 ... Summe: 1609
Die Angaben über die Besetzung der einzelnen Musikgruppen sind leider sehr lückenhaft, da nur ein Bruchteil der Berichte darauf eingeht.[...]
Reiht man die Art der Besetzungen auf Grund ihrer Häufigkeit, so kommt man zu folgender Übersicht:
2 Geigen allein (7mal als Tanzbegleitung gespielt)
1 Geige allein (6mal)
1 Dudelsack allein (6mal)
2 bis 3 Pfeifen ((6mal)
1 Geige, 1 Hackbrett und 1 Bassgeige (4mal)
1 Geige und 1 Dudelsack (3mal)
2 Geigen und 1 Dudelsack (2mal)
1 Geige und 1 Bassgeige (2mal)
1 Pfeife und 1 Schalmei (2mal)
1 Leier allein (2mal)
1 Schalmei und 1 Dudelsack (1mal)
3 Geigen und 2 Pfeifen (1mal)
3 Geigen allein (1mal)
1 Pfeife und 1 Geige (1mal)"
Commenda, Hans, Oberösterreichische Volksmusik im Jahre 1724, Sonderdruck aus dem Jahrbuch des Oberösterr. Musealvereines,
Bd 101, (Linz, 1956), s. 276 ff
Altheim im Innviertel
"1654 wurde den Leyrern und Leyrerinnen zu Altheim im Innviertel das Handwerk gelegt, weil sie nur bettelten.[Wachberger, Innv. Heimatkalender 1913, S. 85.]"
Commenda, Hans, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen - Zu dem gleichnamigen Buch von Karl M. Klier, In: Sonderdruck aus den Oberösterreichischen Heimatblättern, Jahrgang 12 (1958) Heft1/2